Sie sind auf uns nicht angewiesen, aber wir auf Sie, das müssen Sie sich merken!“ Das stellte Valentin, der Komiker fest, als er schon vor 100 Jahren über leere Theater klagte.

Valentin war Hypochonder und Apokalyptiker, sein Berufsethos war der Galgenhumor, die Desillusionierung. Kaum trefflicher lässt sich dieses Lebensgefühl ausdrücken als mit dem Valentin-Zitat „Sicher ist, dass nichts sicher ist.“ Die Welt der Valentin-Figuren ist der Alltag und der Alltag ist permanente Bedrohung.

Mit seiner Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt,  spielen beide Szenen im ehelichen Haushalt, auf dem Volksfest oder im Wirtshaus; vertraute Umgebungen, könnte man meinen. Aber alles steuert aufs Mißlingen zu. Im Alltagsbewußtsein und der Hoffnung auf zwischenmenschliche Verständigung enttäuscht, bleiben die Figuren allein in ihrer Sprachnot.

Vom Buchbinder Wanninger bis Die Brille